Das Lebendige Wissen indigener Kulturen

Noch nie zuvor haben wir in unserer westlichen Gesellschaft so viel Wissen angesammelt wie heute. Nie zuvor hatten wir so viel Technologie wie heute und noch nie zuvor waren wir so Orientierungslos und Abgetrennt wie heute. Indigene Kulturen glauben, dass das was wir in der Natur sehen, die ursprünglichen Prinzipien sind, die auch für uns Menschen gelten. Wir leben heute in einer Gesellschaft in der eine große Unordnung entstanden ist, eine Gesellschaft, die ein Leben als normal bezeichnet, das nicht mehr im Einklang mit den natürlichen Lebensprinzipien steht. In der Folge können wir eine starke Zunahme von Krankheiten beobachten. Inzwischen ist sogar die Erde krank geworden und aus dem Gleichgewicht geraten. Das Wissen und die Heilmethoden von indigenen Kulturen können uns helfen uns wieder zu orientieren, uns aus ungesunden Mustern zu lösen und zurück in eine natürliche Ordnung zu finden – auch in einem modernen Leben bei uns heute.

“Indigene Kulturen haben ein Wissen über die natürlichen Lebensprinzipien bewahrt
mit der Kraft uns und die Erde wieder ins Gleichgewicht zu bringen.”

Das Wissen von indigenen Kulturen wird nicht schriftlich fixiert, sodass es lebendig bleiben kann und seine Kraft bewahrt. Daraus ergibt sich eine natürliche Fokussierung auf das Wichtige und Wesentliche, das was hinter den Wörtern liegt, die Essenz. Es ist ein Wissen über die ursprünglichen Lebensprinzipien die im Einklang mit der Natur allen Lebens stehen und uns helfen können uns wieder mit unserer Essenz zu verbinden und diese Verbindung zu kultivieren. Es ist ein Wissen, das nur mündlich weitergegeben werden kann, denn es ist ein Wissen von Herz zu Herz. Es ist das ursprüngliche Wissen der Menschheit, das auch hier bei uns einmal gelebt worden ist bevor unsere Überlieferungslinien mit Gewalt getrennt worden sind. Mit dieser Trennung begann auch die Trennung von unserer eigenen Essenz und der Erde.

Indigene Kulturen wie die Kogi haben jetzt angefangen ihr Wissen wieder mit uns zu teilen, sodass wir uns wieder erinnern können. Dabei ist dieses Wissen frei von Dogmen oder moralischen Ansichten. Sich zu erinnern bedeutet vielmehr sich auf einen inneren Weg der Erkenntnis zu machen. Es geht nicht darum blind zu glauben sondern sich selbst zu erinnern. Denn wenn wir uns einmal auf den Weg machen, dann werden wir die Botschaften und Erkenntnisse bekommen, die uns helfen unsere Verbindung zu Reaktivieren. Manchmal geht es sogar vielmehr darum etwas zu verlernen, als etwas zu lernen auf dem Weg sich wieder tief mit dem wahren, echten, authentischen Selbst zu verbinden.

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Kogi | Kolumbien

Aus der Perspektive der Kogi gibt es keinen Unterschied zwischen dem gesundheitlichen Zustand der Erde und unserer eigenen Gesundheit. Für sie ist der derzeitige Zustand der Erde nur ein Spiegel unseres inneren Zustandes. Die Kogi sagen:

„Wenn wir heilen, dann kann
auch die Erde wieder heilen.“

Die Kogi leben zurückgezogen in den nördlichen Ausläufern der Anden in Kolumbien. Sie verfügen über ein beeindruckendes soziales und ökologisches Wissen. Sie leben ohne Machthierarchien und orientieren sich an den natürlichen Lebensprinzipien, die sie aus der Natur ablesen. Die Kogi blicken auf eine über 4.000 Jahre alte mündliche Tradition zurück in der sie ihre hoch entwickelten sozialen und ökologischen Prozesse und Praktiken von Generation zu Generation weitergeben. Dieses ursprüngliche Wissen, wie man sich selbst und die Erde im Gleichgewicht hält, teilen sie seit einige Zeit mit uns. Arregoces Coronado Zarabata formuliert das so:

„Wenn wir euch unsere Arbeit erklären, dann immer nur als Türöffner, damit ihr zurück zu eurem eigenen Wissen und eurem eigenen Weg findet.“

Die Kogi sind um unseren Zustand und den Zustand der Erde besorgt und möchten uns helfen uns wieder zu erinnern. Dabei betrachten sie sich als die Älteren Brüder, die Hüter der Erde, während sie unsere westliche Gesellschaft als die jüngere Brüder sehen, die in Unordnung geraten sind. Die Kogi lehnen Krieg ab, weder untereinander noch gegen andere. Sie glauben, dass Gewalt das empfindliche Gleichgewicht von Natur und Geist stört. Stattdessen setzen sie auf Austausch, Rituale und den Austausch von Wissen, um Harmonie wiederherzustellen. Ihre Lebensweise ist Ausdruck eines tiefen Verständnisses dafür, dass alles miteinander verbunden ist und jede Handlung eine Auswirkung hat.

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Anden | Peru

Wie bei den Kogi gibt es auch in den Anden Perus einige Überlieferungslinien, die trotz der Kolonialisierung bewahrt werden konnten. Diese Linien entspringen einer ähnlichen Quelle wie das Wissen der Kogi. Im Grunde genommen entspringt indigenes Wissen jedoch immer derselben Quelle – den natürlichen Lebensprinzipien. Gerade weil wir heute unsere eigenen Traditionen und Überlieferungen vergessen haben, haben wir die Möglichkeit, uns direkt mit dieser Essenz zu verbinden, ohne uns in kulturellen Gewohnheiten, moralischen Ansichten oder Dogmen zu verlieren.

„Während die Kogi nur wenig Erfahrung mit dem Ego haben, da sie kulturell bedingt Traumata und Verletzungen in der Verbindung unmittelbar harmonisieren, bieten die Überlieferungen der Anden viele Perspektiven und Werkzeuge, um das Ego bewusst auf dem eigenen Heilungsweg zu lenken.“

Diese mündlichen Überlieferungslinien reichen bis weit in die Zeit vor der Inka-Kultur zurück. Ihre lebendige Praxis der inneren und spirituellen Arbeit ist, wie bei den Kogi, tief mit der Erde und der Natur verbunden. Von meinem Lehrer Illaripa habe ich ein Wissen über diese uralten Werkzeuge und Perspektiven weitergegeben bekommen, die uns helfen, eigene Verletzungen in der Verbindung zu heilen und uns wieder mit unserem wahren, authentischen Selbst zu verbinden. Diese Verbindung ermöglicht es uns, in Synchronizität mit den natürlichen Lebensprinzipien zu leben – ein Leben, das sich gut und stimmig anfühlt.

Mit Illaripa durfte ich die Erfahrung machen, wie wichtig eine Orientierung auf einer inneren Wanderung ist. Er hat mich vor so manchem Irrweg bewahrt und mir viele Abkürzungen gezeigt – dafür bin ich ihm sehr dankbar. Nun ist es für mich an der Zeit, selbst Menschen auf ihrem Weg zu begleiten und ihnen Orientierung zu geben, damit sie ihre eigene Verbindung wieder aktivieren können.

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Unser Wissen

Auch hier bei uns lebten die Menschen einst in enger Verbindung mit der Natur. Ihr Wissen wurde nicht schriftlich festgehalten, sondern über uralte mündliche Überlieferungslinien an nachfolgende Generationen weitergegeben.

„Mit dem Aufkommen von Machthierarchien wurde diese selbstbestimmte, indigene Lebensweise jedoch zunehmend als Bedrohung angesehen.“

Die letzten verbliebenen indigenen Kulturen Europas, bekannt als die „Prussen“, lebten mit etwa elf verschiedenen Volksstämmen auf dem Gebiet des heutigen nördlichen Polens. Die Prussen waren unsere letzten indigenen Vorfahren. Sie verstanden sich als Teil einer großen Gemeinschaft des Lebens, zusammen mit Pflanzen, Bäumen und Tieren. Ihre Aufgabe sahen sie darin, für diese Gemeinschaft zu sorgen und das Land, auf dem sie lebten, zu hüten.

Heute haben wir nur noch Berichte ihrer Unterdrücker, die sie in Geschichtsbüchern als minderwertige Heiden darstellten. Der christliche Missionar Peter von Dusburg schrieb über sie: „Weil sie also Gott nicht kannten, deshalb verehrten sie in ihrem Irrtum jegliche Kreatur als göttlich, nämlich Sonne, Mond und Sterne, Donner, Vögel, auch vierfüßige Tiere, ja sogar die Kröte. Sie hatten auch Wälder, Felder und Gewässer, die sie so heilig hielten, dass sie in ihnen weder Holz zu hauen, noch Äcker zu bestellen oder zu fischen wagten.“ Das indigene Wissen und die Überlieferungslinien der Prussen wurden schließlich im Mittelalter durch die Kreuzritter, die von ihren Kreuzzügen aus Jerusalem zurückkehrten, zerstört. Diese Zeit markiert den Beginn des Kolonialismus, der sich von Europa aus über die ganze Welt ausbreitete und nahezu die gesamte indigene Lebensweise vernichtete. Der Kern des Kolonialismus war die Ausbeutung, der mit dem Gedanken von einem Höher- und Minderwertigem Leben gerechtfertigt wurde – ein Gedanke, der uns bis heute belastet.

Später errichtete die Unterdrücker - der Orden der Kreuzritter - die Marienburg, die damals größte Burg der Welt, im heutigen Polen. Mit der Hexenverfolgung in der frühen Neuzeit wurden die letzten indigenen Weisen, die versuchten, das alte Wissen zu bewahren, getötet. Für die Machthaber waren diese Menschen immer ein Problem, da sie nicht manipulierbar waren. Im Gegensatz zum Leitgedanken der Mächtigen, „Teile und Herrsche“, stand für die indigenen Weisen das Prinzip „Heile und Wachse“ im Mittelpunkt. Ihr Wissen diente dazu, Ganzheit und Lebendigkeit wiederherzustellen. Leider sind die Überlieferungslinien und das indigene Wissen in Europa weitgehend verloren gegangen. Doch die überlebenden indigenen Kulturen der Welt können uns jetzt helfen, uns zu erinnern und unseren eigenen Weg zurück zu einem Leben in Synchronizität mit der Natur und der Erde zu finden.

Das bedeutet nicht, dass wir genauso leben müssen wie die Kogi, die Menschen in den Anden oder die Prussen. Doch das Wissen und die Heilmethoden, die sie bewahrt haben, können uns helfen unsere Familienlinie zu heilen und unsere eigene Verbindung wieder zu reaktivieren um ein Leben in Verbindung und Leichtigkeit zu leben. Ich freue mich, wenn du den Ruf hast dich wieder zu erinnern.